Ihr kennt das sicher von anderen Hochzeiten: Nach der Trauung fallen sich alle in die Arme, es gibt Sekt, die Stimmung ist gelöst. Und dann ruft jemand: „Wir müssen noch Gruppenfotos machen!“
Plötzlich bricht Hektik aus. „Wo ist Oma Erna?“, „Hat jemand den Trauzeugen gesehen?“ und das Brautpaar steht gezwungen lächelnd in der Mitte, während wertvolle Zeit für den Sektempfang verstreicht.
Als Hochzeitsfotograf habe ich das oft erlebt. Aber ich sage euch: Es geht auch anders.
Warum „gestellte“ Gruppenbilder so wertvoll sind
Ich liebe emotionale Momentaufnahmen und ungestellte Reportage-Bilder. Sie fangen die Stimmung des Tages ein. Aber Gruppenfotos haben eine ganz andere, wichtige Funktion.
Sie sind Zeitdokumente.
Oft sind diese Bilder die einzigen Aufnahmen, auf denen ihr mit euren Eltern oder Großeltern ganz bewusst und nah beisammen steht. Diese Bilder landen später im Rahmen auf der Kommode der Oma oder werden zu Weihnachten verschenkt. Sie sind losgelöst von der Party-Action und zeigen einfach: Wir gehören zusammen.
Damit diese Aufnahmen aber nicht zum Stressfaktor werden, braucht ihr einen Plan.
Die Lösung: Eine Checkliste für eure Gruppenfotos
Damit wir am Hochzeitstag effizient sind und ihr schnell wieder zu euren Gästen könnt, habe ich eine Liste mit den 14 wichtigsten Konstellationen („Must-Haves“) erstellt.
Diese Liste deckt die wichtigsten Familienmitglieder und Freunde ab. Natürlich könnt ihr sie individuell anpassen, aber sie ist die perfekte Basis.
Die klassische Basis-Liste
Hier sind die Konstellationen, die ich jedem Brautpaar empfehle:
- Das große Ganze: Brautpaar mit beiden Familien zusammen
- Braut-Seite komplett: Brautpaar + Familie der Braut
- Bräutigam-Seite komplett: Brautpaar + Familie des Bräutigams
- Generationen-Foto: Brautpaar + alle Großeltern
- Die „Rechte Hand“: Brautpaar + alle Trauzeugen
- Die Kleinsten: Brautpaar + Blumenkinder
Die „Split“-Aufnahmen (Braut & Bräutigam getrennt)
Oft vergisst man, Bilder nur mit der eigenen Seite der Familie zu machen. Diese sind aber besonders schön für die jeweiligen Eltern und Verwandten:
- Braut + ihre Großeltern
- Bräutigam + seine Großeltern
- Braut + ihre Familie (Eltern/Geschwister)
- Bräutigam + seine Familie (Eltern/Geschwister)
- Braut + ihre Geschwister
- Bräutigam + seine Geschwister
- Braut + ihre Trauzeuginnen
- Bräutigam + seine Trauzeugen
Profi-Tipp: Bestimmt einen „Dompteur“
Das ist mein wichtigster Tipp für euch: Beauftragt jemanden!
Ihr als Brautpaar solltet nicht herumrennen und Tante Helga suchen müssen. Gebt diese Liste (oder meine PDF-Checkliste unten) einem Trauzeugen oder einem gut organisierten Freund in die Hand.
Diese Person sorgt dafür, dass die nächste Gruppe („Okay, jetzt bitte alle Geschwister bereitmachen!“) schon parat steht, während ich die aktuelle Gruppe fotografiere. So schaffen wir diese 14 Bilder oft in unter 20 Minuten – und es macht sogar Spaß!
Mein persönlicher Bonus-Tipp
Es gibt ein Bild, das auf fast keiner Liste steht, aber oft für Tränen der Rührung sorgt: Ein Bild der Eltern allein.
Die Eltern stehen an diesem Tag oft in der zweiten Reihe hinter dem Brautpaar. Nehmt euch kurz Zeit und lasst mich ein schönes Porträt nur von euren Eltern machen (Brauteltern zusammen, Bräutigameltern zusammen). Das ist eine enorme Wertschätzung für sie und ein wunderbares Geschenk für nach der Hochzeit.
Kostenlose Checkliste zum Download
Damit ihr diese Liste nicht abschreiben müsst, habe ich sie euch als kompaktes PDF zusammengestellt. Einfach herunterladen, ausdrucken und euren Trauzeugen in die Hand drücken.
—> Jetzt Gruppenfoto-Checkliste (PDF) herunterladen <—
Habt ihr Fragen zum Ablauf oder wollt wissen, wann das beste Licht für diese Bilder ist? Schreibt mir einfach oder lasst uns quatschen!
Euer Stefan