Tipps & Tricks
12. September 2026 · 4 Min. Lesezeit
Freie Trauung draußen: Worauf ich bei Licht und Sitzplätzen achte
Gleichmäßiger Schatten, neutrale Schirme und kurze Absprachen: Worauf ich als Fotograf vor einer freien Trauung draußen achte.
Von Stefan Franke · Hochzeitsfotograf in Hessen

Wenn ich den Platz für eine freie Trauung sehe, schaue ich zuerst, woher die Sonne kommt. Für eure Bilder ist mir besonders wichtig, dass ihr beide möglichst gleichmäßig im Schatten sitzt. Eine Person in der Sonne und die andere im Schatten: Das ist eine der Situationen, die ich bei der Planung gern vermeiden würde.
Es geht dabei auch darum, wie ihr euch während der Zeremonie fühlt. Wer in der direkten Sonne sitzt, bekommt die Wärme ab, schwitzt vielleicht und kann sich weniger entspannt auf die Trauung konzentrieren. Ein schöner Hintergrund allein macht deshalb noch keinen guten Sitzplatz.
Schaut auf eure beiden Plätze, nicht nur auf die Kulisse
Bei freien Trauungen fällt das Licht oft unterschiedlich auf die Gesellschaft. Manche Gäste sitzen in der Sonne, andere im Schatten. Das lässt sich nicht immer für alle lösen. Beim Paar würde ich aber zuerst darauf achten, dass beide Gesichter unter ähnlichen Lichtbedingungen zu sehen sind.
Wenn nur eine Person direkt angestrahlt wird, wirken die beiden auf dem gemeinsamen Bild schnell unterschiedlich. Das betrifft die Helligkeit, die Schatten im Gesicht und die gesamte Wirkung. Ich arbeite als Fotograf mit dem Licht, das da ist. Trotzdem kann eine vorher abgestimmte Sitzposition mehr helfen als der Versuch, solche Unterschiede später auszugleichen.
Eine feste Regel wie „Die Sonne muss immer im Rücken stehen“ greift dafür zu kurz. Es hängt auch davon ab, ob ihr zu euren Gästen oder von ihnen weggedreht sitzt. Mein Ausgangspunkt bleibt: Wo könnt ihr beide angenehm sitzen, ohne dass eine Person in der prallen Sonne landet?

Manchmal reicht es, die Stühle etwas zu verschieben
Nach meiner Erfahrung muss dafür nicht gleich der ganze Aufbau geändert werden. Ein kleines Stück nach links oder rechts kann bereits helfen. Bei vielen freien Trauungen gibt es diesen Spielraum, auch wenn die Plätze zunächst fest vorgesehen wirken.
Besprecht das am besten mit der Location, bevor alles steht. Schaut dabei auf den Zeitpunkt eurer Trauung: Ein Platz, der bei einer Besichtigung morgens im Schatten liegt, kann später ganz anders aussehen. Wenn ihr eure Uhrzeit noch abwägt, findet ihr im Beitrag über die passende Zeit für Hochzeitsfotos weitere Gedanken zum Licht.
Es geht nicht darum, jede Bewegung der Sonne zu planen. Ein gemeinsamer Blick auf eure Sitzplätze und etwas Bereitschaft zum Verschieben reichen als Anfang.

Bei Sonnenschirmen würde ich neutrale Farben wählen
Ein Schirm kann Schatten schaffen. Seine Farbe ist dabei nicht nebensächlich: Unter einem roten oder grünen Schirm kann auch das Licht auf eurer Haut rötlich oder grünlich wirken. Das macht natürliche Hautfarben auf den Bildern schwieriger.
Wenn ihr die Auswahl habt, würde ich deshalb zu farbneutralen Schirmen greifen. Fragt die Location ruhig vorher, welche vorhanden sind. Die Farbe fällt in der Dekorationsplanung vielleicht kaum auf, auf den Gesichtern kann sie später deutlich zu sehen sein.
Ich kann solche Dinge am Hochzeitstag nicht immer beeinflussen. Das ist auch nicht die Voraussetzung dafür, dass ich eure Trauung fotografiere. Es sind einfach Entscheidungen, die sich vorher leichter treffen lassen als während der Zeremonie.
Ein kurzes Gespräch vor der Trauung hilft
Neben dem Aufbau ist mir die Abstimmung mit eurer Traurednerin oder eurem Trauredner wichtig. Wir sollten uns vor Beginn kurz vorstellen und besprechen, ob im Ablauf etwas Besonderes geplant ist. Gibt es einen Moment, bei dem ich an einer bestimmten Stelle sein sollte, möchte ich davon vorher wissen.
Ihr könnt das Gespräch schon bei der Planung anregen. Niemand braucht dafür eine zusätzliche lange Besprechung. Es hilft, wenn die Menschen, die eure Trauung begleiten, voneinander wissen, was als Nächstes passiert.

Lasst eure Gäste den Moment miterleben
Ich finde es schön, wenn die Traurednerin oder der Trauredner mich vor Beginn kurz als Fotografen vorstellt. Damit lässt sich auch die Bitte verbinden, die Handys während der Trauung in der Tasche zu lassen.
Für eure Gäste heißt das: Sie dürfen zuschauen und dabei sein, ohne selbst an die nächste Aufnahme zu denken. Für mich gehört genau das zur Hochzeitsfotografie in Hessen: nicht nur den Ablauf festhalten, sondern auch die Reaktionen der Menschen um euch herum. Mehr über meine Art zu begleiten erzähle ich euch auf meiner persönlichen Seite.
Vor eurer freien Trauung würde ich deshalb drei Dinge kurz miteinander klären: Wo sitzt ihr beide im Schatten, welche Schirme sind vorgesehen und wer bespricht die Besonderheiten des Ablaufs mit mir? Vieles davon lässt sich erledigen, bevor der erste Gast seinen Platz einnimmt.



