Tipps & Tricks
14. September 2026 · 4 Min. Lesezeit
Getting Ready: Raum für einen entspannten Hochzeitsmorgen
Ein heller Raum, Platz für eure Menschen und geklärte Absprachen: Was für mich beim Getting Ready zählt und welche kleinen Momente ich festhalte.
Von Stefan Franke · Hochzeitsfotograf in Hessen

Beim Getting Ready fällt mir schnell auf, ob ein Raum genügend Platz für die Menschen darin lässt. Wenn zwischen Bett, Taschen und Styling kaum noch ein Schritt möglich ist, wird auch das Fotografieren enger. Für einen entspannten Hochzeitsmorgen wünsche ich euch deshalb vor allem einen hellen, ausreichend großen Raum und organisatorische Absprachen, die schon stehen. Eine perfekte Kulisse braucht ihr dafür nicht.
Getting Ready meint das Fertigmachen vor der Hochzeit. Für mich beginnt hier bereits eure Bildergeschichte: mit der Aufregung, den Menschen an eurer Seite und den kleinen Blicken zwischendurch.
Welcher Raum eignet sich fürs Getting Ready?
Normale Hotelzimmer sind oft nicht dafür gedacht, dass sich mehrere Menschen gleichzeitig darin fertig machen und noch jemand fotografiert. Ich erlebe sie häufig als eng, eher dunkel und schnell voll mit Dingen, die gerade gebraucht werden oder irgendwo abgelegt wurden.
Schaut bei der Auswahl deshalb nicht nur darauf, ob euch das Zimmer gefällt. Überlegt auch, wer am Morgen dabei sein wird. Neben euch brauchen vielleicht die Menschen für Haare und Make-up, eure Trauzeugen oder Angehörigen Platz. Ich möchte mich als Fotograf bewegen können und etwas Abstand zu euch haben, ohne ständig jemandem im Weg zu stehen.
Mein Wunsch wäre ein heller, großzügiger Raum. Wenn ihr euch im Hotel fertig macht, fragt vorher nach der konkreten Zimmergröße und schaut euch nach Möglichkeit Bilder des Raums an. Auch wenn ihr einen anderen Ort wählt, bleiben Licht und Bewegungsfreiheit die entscheidenden Punkte.

Unnötige Dinge wegräumen, den Raum aber so lassen, wie er ist
Mir geht es nicht darum, aus eurem Zimmer ein Fotostudio zu machen. Es darf nach dem Ort aussehen, an dem ihr euch vorbereitet. Nur Dinge, die nichts mit dem Moment zu tun haben und im Hintergrund ablenken, würde ich aus dem unmittelbaren Bereich nehmen.
Eine offene Tasche, Verpackungen oder herumliegende Kleidung ziehen im Bild Aufmerksamkeit auf sich. Wenn solche Sachen einen Platz außerhalb des Fotobereichs bekommen, bleibt der Blick eher bei euch. Dafür muss nicht das ganze Zimmer makellos sein.
Das lässt sich am besten vor dem eigentlichen Fertigmachen erledigen. Dann könnt ihr euch dort bewegen und eure Dinge benutzen, ohne nebenbei noch für Bilder aufzuräumen.

Was am Hochzeitsmorgen nicht mehr geklärt werden sollte
Die meiste vermeidbare Unruhe entsteht für mich durch offene Organisation. Wer holt wen ab? Wann muss jemand losfahren? Welche Absprache fehlt noch? Solche Fragen gehören möglichst in die Tage davor und nicht in den Moment, in dem ihr euch gerade für eure Hochzeit anzieht.
Ich meine damit nicht die Dinge, die niemand vorhersehen konnte. Wenn der Friseur zu spät kommt oder ein Accessoire fehlt, müssen wir mit der Situation umgehen. Das ist etwas anderes als eine grundlegende Absprache, die bis zum Morgen offen geblieben ist.
Besprecht euren Ablauf deshalb vorher mit den Menschen, die darin eine Aufgabe haben. Dazu gehören auch die Wege und Übergänge zwischen den Orten. Ihr solltet am Morgen nicht erst herausfinden müssen, wie ihr später zur Trauung kommt.
Die kleinen Blicke erzählen schon viel über euch
Was ich beim Fertigmachen besonders gern fotografiere, sind die aufgeregten Blicke zwischen euch und euren Trauzeugen. Freundschaft und Familie werden oft schon früh am Morgen sichtbar. Dafür braucht es keinen geplanten Programmpunkt.
Die schönsten Momente waren für mich immer die, in denen ich gemerkt habe: Diese Menschen haben einen Teil ihres Lebens miteinander geteilt. In ihrem Umgang steckt eine Wärme, die sich nicht herstellen lässt. Ich möchte diese Nähe festhalten, während ihr einfach miteinander seid.

Ob ihr diesen Teil des Tages fotografisch begleiten lassen möchtet, hängt davon ab, was euch wichtig ist. Im Beitrag zur Dauer einer Hochzeitsreportage geht es darum, welche Abschnitte zu eurer Geschichte gehören sollen.
Am Vorabend gedanklich von der Planung verabschieden
Neben den fertigen Absprachen wünsche ich euch am Vorabend einen bewussten Wechsel im Kopf: Morgen gehört der Tag uns. Die Organisation ist vorbereitet. Wir dürfen jetzt unsere Hochzeit erleben.
Nach meiner Erfahrung konnten Paare ihren Morgen besonders dann genießen, wenn sie nicht mehr für jede offene Frage zuständig waren. Das heißt nicht, dass nichts Unvorhergesehenes passieren darf. Aber ihr startet mit dem Gefühl, dass die wichtigen Dinge geklärt sind.
Ich bin Stefan Franke, Hochzeitsfotograf aus Fulda, und begleite Hochzeiten in Hessen. Beim Getting Ready interessieren mich eure Aufregung und das Miteinander. Dafür hilft ein vorbereiteter Raum. Noch mehr hilft, wenn ihr gedanklich schon bei eurem Tag angekommen seid.



